Richtlinien Salzburger Frauenrat

(auf der Grundlage der Statuten des ersten Salzburger Frauenrates, Stand 03.07.2017)

A. Voraussetzungen, Grundsätze, Beschlussfassung

  1. Der Salzburger Frauenrat erkennt demokratische Strukturen an und erklärt sich als unabhängig. Er engagiert sich für eine gerechte Gesellschaft auf Basis des Menschen-
    rechtskatalogs und internationaler, nationaler wie regionaler Gleichstellungsziele.
  2. Der Salzburger Frauenrat besteht aus Fraueninitiativen, -gruppen, -projekten, -beauftragten und -referentinnen, politischen Frauensprecherinnen sowie autonomen Frauen, die sich laut Selbstverständnis für die Veränderung und Verbesserung der Lebenssituation von Frauen einsetzen und sich Fraueninteressen verpflichtet fühlen. Die Arbeit des Frauenrates baut auf den Errungenschaften der feministischen Bewegungen auf, dies im Sinne von: „Die Vision des Feminismus ist nicht die „weibliche Zukunft“. Es ist eine menschliche Zukunft. Ohne Rollen-
    zwänge, ohne Macht- und Gewaltver-
    hältnisse, ohne Männerbündelei und Weiblichkeitswahn.“ (J. Dohnal, 2004)
  3. Im Salzburger Frauenrat sind Menschen vertreten, die sich als Frauen verstehen.
  4. Von der Aufnahme in den Salzburger Frauenrat ausgeschlossen sind: Organisationen und Initiativen sowie einzelne Frauen, die frauenfeindliches, sexistisches, rassistisches, minderheiten-
    feindliches und faschistoides Gedankengut vertreten.
  5. Wer teilnimmt, entscheidet die jewei-
    lige Organisation bzw. Frauengruppe. Die Teilnahme kann unter den Frauen der jeweiligen Gruppen und Organisationen rotieren. Für eine jeweilige Ansprechpartnerin muss gesorgt werden, um Informations-
    defizite zu vermeiden. Frauen, die nicht in Organisationen, Klubs etc. Mitglied sind, können aus Eigeninitiative und
    -interesse teilnehmen. Um Überreprä-
    sentationen bei Entscheidungs-
    prozessen zu vermeiden, kann pro Organisation bzw. pro autonome Frau eine Stimme abgegeben werden
  6. Die Zuständigkeit für Planung, Organisation und Dokumentation der Treffen des Salzburger Frauenrates liegt in Form des Sekretariats des Frauenrats bei der Frau&Arbeit gGmbH. Die inhaltliche Arbeit macht der Frauenrat. Für die Vertretung und Präsentation der Beschlüsse nach außen werden 2–3 Frauen für jeweils 1 Jahr nominiert.
  7. Die Eigenständigkeit der am Salzburger Frauenrat teilnehmenden Frauen-
    organisationen bzw. Initiativen bleibt bestehen.
  8. Über die Aufnahme einer Gruppe, Organisation oder einzelnen Frau entscheidet der Frauenrat – nach der Vorstellung der Anwärterinnen – soziokratisch in der nächstfolgenden Sitzung. Die Erfüllung der Grundsätze des Frauenrates ist bei der Entscheidung grundlegend.
  1. Beschlüsse des Salzburger Frauenrates werden grundsätzlich per Konsens angestrebt. Kurz- bis mittelfristig (bis zu einem Jahr) werden Beschlüsse durch das Mehrheitsprinzip erreicht, wobei Einwände bzw. Widerstände der Anwesenden gehört und dokumentiert werden. Langfristig wird eine Entscheidungsfindung angestrebt, die Widerstände systematisch und methodisch hört und integriert. Hierfür wird eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich damit auseinandersetzt. Bei Bedarf wird Unterstützung in Form von z.B. Weiterbildung eingeholt bzw. hinzugezogen. Stimmenthaltungen in Eigenverantwortung bei eventuellen Rollenkonflikten werden vorausgesetzt.
  2. Eine zusätzliche Sitzung kann in dringlichen Fällen einberufen werden.
  3. Über die Sitzungen des Salzburger Frauenrates wird Protokoll geführt. Dieses Protokoll wird allen Mitgliedern spätestens drei Wochen nach der Sitzung zugestellt. Erster Tages-
    ordnungspunkt der nächstfolgenden Sitzung ist die Genehmigung des Protokolls durch den Frauenrat. Der Termin für die nächste Sitzung ergibt sich aus der Jahresplanung bzw. wird spätestens zu Sitzungsende festgelegt.
  4. Die Finanzierung der Arbeit erfolgt vor allem durch öffentliche Mittel. Die Sitzungsteilnahme erfolgt ohne Sitzungsgeld, nur vom Salzburger Frauenrat beauftragte Projektarbeit wird je nach Vorhandensein von Mitteln entschädigt. Sämtliche Projekte, Aktionen und deren Organisation werden vom Frauenrat in gemeinsamer Diskussion um die Mittelzuteilung beschlossen.
  5. Eine Änderung der Richtlinien des Salzburger Frauenrates bedarf einer soziokratischen Abstimmung.
  6. Anträge an den Salzburger Frauenrat können von allen Mitgliedern gestellt werden. Diese sind mindestens 1 Woche vor Sitzung schriftlich bekannt zu geben. Dringlichkeitsanträge sind zu Sitzungsbeginn möglich.
  7. Über jeden eingebrachten Antrag wird soziokratisch abgestimmt. Stimment-
    haltungen in Eigenverantwortung bei eventuellen Rollenkonflikten werden vorausgesetzt. Ein Zurückstellen eines Antrages bis zur nächstfolgenden Sitzung ist möglich.
  8. Der Salzburger Frauenrat verwendet geschlechtergerechte Sprache und setzt sich dafür ein, dass diese allgemeine Verwendung findet.

B Aufgaben des Salzburger Frauenrates

  1. Der Salzburger Frauenrat ist die Basis zur Vernetzung aller Fraueninitiativen, -organisationen, -projekte, -gruppen,
    -beauftragten, -referentinnen, politischen Frauensprecherinnen und interessierter Einzelfrauen des Bundeslandes Salzburg.
  2. Der Salzburger Frauenrat hat zum Ziel, Frauenanliegen und Frauenforderungen durch Zusammenarbeit aller Frauen-
    gruppen und Fraueneinrichtungen aufzuzeigen, zur Durchsetzung zu verhelfen und damit die Frauenpolitik im Bundesland Salzburg zu unterstützen.
  3. Der Salzburger Frauenrat analysiert und beobachtet die Situation der Frauen im Besonderen im Bundesland und reagiert in gemeinsamen, öffentlichkeitswirksamen Aktionen und gemeinsamer Öffentlichkeitsarbeit.
  4. Der Salzburger Frauenrat konfrontiert die Öffentlichkeit und die diversen politischen Gremien (in Land, Stadt und Gemeinden, Kammern usw.) mit den Beschlüssen, der Kritik und den Forderungen des Frauenrates.
  5. Der Salzburger Frauenrat kann zusätzlich zu seinen oben beschriebenen Aktivitäten einmal im Jahr ein Netzwerktreffen aller Frauenorganisationen im Land Salzburg organisieren.
  6. Der Frauenrat fungiert als beratendes Kompetenznetzwerk zu frauen-
    relevanten Themen für politische, sozioökonomische und kulturelle Institutionen im Land Salzburg.